USA 2013; Tag 4

4. Tag; Mi 06. März Everglades

600 km

 

Irgendwann in der Nacht schien es mir wie ein Alptraum, ich hörte dir Glocken schlagen. Nach kurzer Irretation kam die Erkenntnis, das ist "Hells Bells" von ACDC - auf meinem Handy als Weckton eingestellt. Es war 5:00 Uhr morgens, unsere heutige Aufstehzeit. Schließlich hatten wir eine ordentliche Strecke vor uns, wir wollten zu den Everglades. Und bis dahin sind es one way immerhin 250 km. Etwas Wasser in's Gesicht geschmissen, ein schnelles Käffchen und ein schneller Snack - fast pünktlich rollten wir kurz nach Sechs vom Gehöft.

Irgendwo unterwegs gab es eine kleine Imbiss-Pause. War auch besser so, die dort zu machen, denn kurz danach begann ein Panther-Schutzgebiet - nicht dass wir selbst auf einmal zum Snack werden.  

 

 
Gegen 9:30 Uhr war die morgendliche Kutscherei erst mal zuEnde - die Everglades waren erreicht. In der info schauten wir uns etwas um, sammelten ein paar Infos und ein paar Postkarten ein und konnten dann auf des Walkway schon mal testen, was man besser nicht machen sollte. Zum Glück war der schuppige Geselle von Ramonas Unverfrohrenheit so erstaunt, dass er sofort in eine Schockstarre verfiel.
  

  

Hinter dem Infocenter gibt es einen kleine Boardwalk, den wir natürlich auch unter die Füße nahmen. Dort dahen wir auch gleich einige Manatees gesehen. Leider waren die meist gleich wieder unter Wasser verschwunden, bevor wir die Fotoapparate in Bereitschaft hatten. Aber immerhin, die frech herauslugenden Nasen haben wir erwischt.

   

 

Auf dem Weg zur Loop-Road kamen wir am Ochopee Post Office, dem kleinsten Postamt der USA vorbei. Ein kleiner Stop musste natürlich sein, aber Karten aufzugeben hatten wir noch nicht. Die mussten erst noch geschrieben werden.

Die Loop Road in die Everglades erreichten wir kurz darauf - und dann sichteten wir auch schon unseren ersten Alligator. Juhu.

  

 

In der Folge zeigte sich, dass unsere Sorge, eventuell keine oder nur wenige Tiere zu sehen, völlig unbegründet war. Eric als Fahrer konnte einem leid tun, denn andauern kam "halt mal kurz an",  "warte mal", "stop" oder ähnliche Zurufe. Und dann sollte er natürlich am Besten sofort anhalten, egal ob wir gerade in einer Kurve, auf 'ner Brücke oder sonstwo waren. Hat er aber gut gemeistert und auch nicht ein einziges Mal auf einem Gator geparkt.

 

 Nun ging sie also los, die fröhliche Tier-Beobachtung. Wir haben zwar in Reiseberichten schon von der Vielfalt gelesen, waren aber doch ob der Fülle der Tiere recht überrascht. Vor allem die Alligatoren machten sich gar nichts aus unserer Anwesenheit. Nur wenn man ihnen zu nahe kam, verstreuselten sie sich verflucht schnell.

 

 
 
 
 
 
Der Bursche hier auf dem Baumstamm hat mir besonders gut gefallen, vor allem, als sich von der anderen Seite ein Vogel in seine Nähe bewegte. Aber bei guten 2 Metern hatte der Vogel dann eine Eingebung, dass ein Weitergehen eventuell unangenehme Folgen hätte - und ich konnte die Kamera wieder einpacken.
 
 
  
Nach der Loop Road statteten wir noch dem Shark Valley einen Besuch ab. Am Zugang hatte der Ranger eine gute und eine schlechte Nachricht für uns. Die Schlechte war, dass der Wagen vor uns den letzten Parkplatz bekommen hatte, die Gute, dass wir den nächsten frei werdenden bekommen. Darauf mussten wir auch nur ein paar Minuten warten, dann konnte es weitergehen mit den Tierchen.
Und auch hier wurden wir nicht enttäuscht, Vögel bei der Balz, beim Füttern des Nachwuchses, kleine Krokodile, einträchtig mit Schildkröten beisammen und sogar eine Schlange (natürlich ungiftig, haben wir uns jedenfalls eingeredet), was will man mehr. Na und nicht zu vergessen, Alligatoren in verschiedensten Lagen und Posen. 
    
   
   
   
   
   
   
Sogar garnierte Gator gab es zu bewundern - war aber vielleicht auch nur Tarnung.

   
Leider war es schon wieder Nachmittag und wir mussten den Everglades adieu sagen. Jedoch nicht, ohne dem Big Cypresse Bend noch einen Besuch abzustatten. Die Tiervielfalt war hier zwar bei weitem nicht so hoch, aber hier konnte man (bei günstigen Bedingungen) einen echten Adler beobachten. Als wir da waren, war Herr Adler gerade auf Ausflug, Frau Adler hatte sich günstig hinter einen dicken Ast plaziert. Was solls, immerhin Schnabel und Heck konnten wir bei maximal ausgefahrenem Tele beobachten.
   
   
   

 

Abgerundet wurde dieser sehr schöne Tag durch einen sehr schönen Sonnenuntergang am Golf von Mexico, den wir uns am Strand von Naples anschauten. Das war exakte Planung, etwa 10 Minuten vor Sonnenuntergang waren wir am Strand und erwischten sogar eine Parklücke, an der die Parkuhr noch für 20 Minuten geladen war. Perfekto.

 

 

Als sich die Sonne zu Bett begeben hatte, machten wir uns auf den Rückweg nach Hause. Denn es lagen immerhin noch etwa 200 km vor uns. Dementsprechend spät waren wir zu Hause und verschwanden relativ schnell in den Betten.

 

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